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Dienstag, 18. März 2014

Spinnentage, und wie es ist.

Spinnentage. 

Die Tage, an denen ich kurz mal verstehe, weshalb manche Spinnenmamas ihre Spinnenkinder auffressen. 

Oh, ich kann euer empörtes Schnauben schon hören... Ich meine es ja nicht so.. oder doch...? Nein, natürlich nicht, auch wenn ich ab und an mal sage, ich beiße ihm gleich die Nase ab, oder drohe, ich fress' ihn auf, weil er so putzig ist. Aber nein, das meine ich ja gar nicht.

Wem der folgende Eintrag zu lang scheint: Unsere Nächte sind beschissen. Ben tut mir leid und ich bin müde. Punkt. 

Die Sache mit dem Abstillen - und wie schnell ich davon abgekommen bin. 

Wo fange ich an? Damals, als ich hier schrieb, ich mag das Gordon-Programm zum nächtlichen Abstillen für 7 Stunden für den besseren Schlaf, war ich guter Dinge. Allerdings war es nach 4 Nächten leider  für mich nicht mehr tragbar, Ben bekam Zähne, er litt merklich, ich schlief beim Stillen ein, so sehr ich mich anstrengte, und somit verschob ich das Ganze und wollte später wieder weitermachen. Soweit, so gut.

Zwischen Kleinkindschlaf und erholsamen Nächten 


Die oberen Backenzähne bahnten sich an. ich wollte das Kind nachts nicht noch mehr leiden lassen. Und es war dann auch für mich okay und nicht mehr ganz so anstrengend wie vor dem Gordon-Versuch. Die Backenzähne waren irgendwann durch, dann bahnten sich die oberen Eckzähne an, das ging fließend ineinander über. Es wurde aber auch ein bisschen ruhiger. Die Abstände zwischen einschlafen und erstem Mal rufen wurden etwas länger, es waren erst 2, dann 3, dann 4 Stunden, und wir konnten abends einen Film am Stück schauen, ich fühlte mich nicht mehr so gehetzt. Es wurde besser, ruhiger, ich war hoffnungsvoll. Dachte: So, langsam wird das alles. Von ganz alleine. Siehste!
Kaum streckten sich die Spitzen aus den Ecken, gab es eine Nacht, DIE Nacht, es war Dienstag auf Mittwoch, denn Mittwochs gehe ich immer auf den Markt und ich weiß noch, wie ausgeschlafen und glücklich ich war an diesem Marktmittwoch - diese Nacht war super.
Er schlief, ich weiß es nichtmal mehr genau, etwa 8 Stunden am Stück. Noch nie da gewesen.

Ab dieser Nacht ging es mit der Regelmäßigkeit beim Schlafen stetig bergab.

Was also gut war und immer besser wurde:  ca. 20 Uhr gehts ins Bett, 3-4,,5 Stunden Schlaf am Stück, ab da ab und an stillen, weiterschlafen, wach ab 8.15 Uhr, wurde stetig schlechter, unregelmäßiger, unruhiger. Durchzogen mit viel weinen, lautem weinen, hin und her wälzen, parallel dazu knibbeln an der anderen Brust und kreischen, sobald ich die Hand wegzog oder versuchte abzulenken. Ich weiß nicht, wieso. Ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann.
Ich weiß nichtmal, wie viele Zähne noch fehlen. Nicht etwa, weil ich eine Rabenmutter bin,sondern weil es sowieso egal scheint. Ben lässt mich kaum gucken, und es ist ja scheinbar so, die einen Zähne sind da, die nächsten kommen, und wenn sie da sind, schläft er auch nicht besser.

Dann kamen die Viren zu Besuch. 

Dann wurde Ben krank, er hustete, fieberte, hustete immer mehr, fieberte immer mehr, bis wir beim Notdienstvertretungskinderarzt saßen, und mit der Diagnose Atemwegsinfektion, Hustenlöser geben und wenns nicht besser wird, wieder kommen. Es wurde besser, die Nächte blieben unruhig, und wir reden hier nicht von ab und an mal husten oder 2 mal die Nacht wach werden, nein, wir sprechen von stündlichem Stillen, von weinen und schreien und sich wenig beruhigen lassen, um sich schlagen, Mama rufen, auch wenn ich daneben liege. Fieber war weg und der Husten auch.
Dann wurde ich krank, Halsschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, lag 2 Tage auf dem Sofa, der kleine Mann war ganz lieb und spielte tapfer mit, auch wenn er nur ums Sofa herum spielen konnte und ich nur das Nötigste geschafft habe. Gesund war ich danach nicht, aber ich war zumindest wieder einsatzfähig. Kaum war ich wieder halbwegs fit, wurden die Nächte noch wilder. Ben schrie. er brüllte, er wachte auf und brüllte "WEHWEH, WEHWEH!!!" er ließ sich nicht beruhigen, kein stillen, alles war doof. Fieberte wieder, mit Paracetamol und ach und Krach quälten wir uns durch die Nacht und zum Kinderarzt am nächsten Tag.Virusbedingte Mittelohrentzündung (das heißt dann nur nicht Mittelohrentzündung, ist ja egal) und wir bekamen ein Antibiotikum mit, falls es übers Wochenende noch schlimmer werden sollte. Samstags war es dann aber wieder etwas besser, die Nacht etwas ruhiger, Gut. Das war letzten Freitag.
Nun ist mein Mann auch noch krank, mein Hals seit 2 Tagen wieder besser (Ich habe das nun 3 Wochen gehabt. Ben 2 Wochen.). Seit Bens Erkältung ist er nun abends länger wach, gestern bis 22.30, will und kann nicht schlafen. Morgens aber ab 7.30 Uhr statt 8.30 Uhr wach, Mittagsschlaf ist dann schon um 11 und dann aber gegen 16 Uhr nochmal, alles ist verschoben, ich muss beim Mittagsschlaf dabei bleiben oder zumindest lange dabei bleiben, auch hier schläft er extrem unruhig. Ich frage mich ja nun nicht mehr. Ob das die Zähne sind, Wachstumsschmerzen, das Ohr, das doch noch nicht besser ist? Das ändert es auch nicht.

Tags ist seit 2 Wochen eigentlich alles "Nein". 

Ben ist eigentlich ein sehr fröhliches Kind und wir werden oft angesprochen, was für ein nettes, freundliches, strahlendes Kind das doch sei. In den letzten 2 Wochen etwa ist das aber eher Glückssache. Klar, wenn ich nachts SO schlafe, habe ich tags auch keinen Bock auf irgendwas. (und ja, ich schlafe SO seit Wochen.)
Alles ist nein. Wenn ich zu viel nachfrage, bricht er in Tränen aus. Sagt aber auch nicht, was er gerade braucht. Essen, nein, schlafen nein, aufstehen nein. nichts. Ich muss Dinge dann trotz "nein" doch machen, und das mache ich dann ungern, aber plötzlich ist es dann doch okay.
Heute war es besonders schlimm. Ich musste ihn pausenlos tragen zuhause. Das mag mal gehen, Manduca sei Dank, aber eben nicht immer. Wenn ich auf die Toilette gehe, will er in meine Hose steigen, um bloß bei mir zu sein. Er brüllt, sobald ich ihn eben kurz mal nicht tragen oder halten kann oder ihm sage, dass ich ihn nicht mehr stillen kann für den Moment, weil es mir weh tut. Er ist für den Moment kein Tyrann, kein trotzendes Kind, das ausprobiert, wie weit er mich ärgern kann. Er ist wirklich verzweifelt, traurig, er braucht die Nähe gerade einfach sehr. Es hat nichts zu tun mit "musst ihm halt mal sagen, wer der Chef ist" oder so einem Schwachsinn. Darum geht es nicht.

Und wo bin ich dabei? 

Ich weiß nicht, wie es nun weitergeht, ob sich nach der Erkältung, wenn die Viren sich endlich wieder aus dem Staub gemacht haben (jetzt gerade haben sie es sich ja erstmal beim Mann bequem gemacht!), alles einpendelt. Ich weiß nicht, ob ich dann irgendwann einen neuen Gordon-Versuch unternehme. Ob es besser wird, von alleine. 
Vorhin fragte mich mein Mann, wieso ich mich nicht mit ihm und Ben gleich schlafen lege. Der Grund ist, auch wenn ich super müde bin, dass ich heute noch keine 5 Minuten für mich hatte. Ich habe es nichtmal geschafft, dein Einkaufszettel in Ruhe zu lesen, ich habe es einige Male versucht, wurde aber immer unterbrochen, weil die ungeteilte Aufmerksamkeit eben nicht auf Ben lag. Ich mag Mails beantworten, auch mal Twitter nachlesen, was ich derzeit oft einfach nur überfliege, ich musste die Wäsche trocknen und das Abendessen aufräumen. Durch die Wohnung gehen und Spielzeug wegräumen, damit ich morgen froh, wenn ich wieder gerädert aufstehe, nicht noch frustrierter sein muss. Die freie Zeit habe ich nun genutzt, das hier zu schreiben, um es festzuhalten. Meine Mittagspause quasi, denn als Ben mittags schlief, fuhr ich Auto, und als er dann nochmal schlief, musste ich daneben liegen bleiben, weil er sofort hochschreckte und mich suchte.

Die meiste Zeit bin ich gelassen, und kann mich vom Genervtsein frei machen. Mir sagen, dass er das nicht macht, um mich zu stressen, und dass er mich momentan einfach dringender braucht. Mit ihm rausgehen, weil ich dann das Gefühl habe, ihm etwas anderes als mich bieten zu können. Auch wenn er beim Spielplatz auch an mir klebt und sich dort nicht beschäftigt, wenn ich nicht direkt, am
Besten mit Körperkontakt neben ihm stehe. Das war auch mal besser, und es wird auch mal wieder besser.

Aber wenn ich dann bemerke, dass ich mehrere Dinge vergessen habe, Leute nachfragen, wieso ich mich nicht zurückmelde, mich andere Menschen ärgern oder dass Unnötiges zusätzlich schief läuft wie z.B. mein Auto, das gestern Abend nicht mehr an sprang, oder die Handwerker, die zusätzlich im Hausflur mit 3 Schlagbohrern gleichzeitig auf 5 Stockwerken das Treppenhaus aufrissen und ich das Gefühl hatte, sie bohren direkt auf meinen Nerven herum, dann ärgere ich mich doch ein bisschen und sage ihm auch, dass er gerade echt anstrengend ist, und ich ihn trotzdem lieb habe, aber dass ich gerne wüsste, wie ich ihm helfen kann.
Und abends brauche ich dann eben nicht mehr viel, eine Serie oder Niveaulose Sendung im TV, Twitter und das wars dann. Selbst zum Nähen bin ich dann zu erledigt und frage mich, woher dann  Superblogger ihre Zeit nehmen und ihre Energie investieren. Meine fließt derzeit einfach ins Kind. Nahezu komplett.
Mein Mann entlastet mich natürlich wo's geht. Es ist natürlich so, dass er tags arbeitet und ich es nicht möchte, dass er dann nachts aufwacht. Er hat mir schon mehrfach angeboten, dass ich mal eine Nacht auf dem Sofa verbringen um einfach ausschlafen zu können. Aber sobald ich Ben dann weinen höre, halt ich das natürlich nicht aus. Ich möchte ja auch nicht, dass er leiden muss.
Das ins Bett bringen erledigt mein Mann seit einigen Monaten. dabei akzeptiert bin sogar mittlerweile die Milchflasche. Somit bin ich am Abend auch etwas entlastet. Wochenendes nimmt mein Mann Ben dann morgens oft aus dem Schlafzimmer, so dass ich noch ein bisschen schlafen kann. Meistens bin ich dann aber sowieso schon wach und kann nicht mehr einschlafen.

das alles meine ich auch gar nicht so negativ, wie es vielleicht klingen mag. 

Ich habe auch nicht das Bedürfnis, abends einen draufzumachen, ich möchte nur, dass es meinem Kind bald wieder besser geht, es mit all dem, was es neu kann, wieder zurecht kommt und wieder ausgeglichener wird.
Es ist ja auch nicht so, dass er mir keine Freude machen würde. Er macht putzige und lustige Dinge und wenn ich ihm den Arm anknabbere lacht er sich kaputt. Er sieht einen Hundewelpen Schnürsenkel anknabbern, und steckt sich diesen Schnürsenkel dann selbst in dem Mund. Er sagt Drögldrö und meint Joghurt und sagt Bescheid, dass die Katze auf dem Tisch sitzt und sie das nicht darf, er bringt mir undefinierbare Plastikteile und wenn ich frage, wo er das her hat, versucht er es mir mit aller Kraft und Händen und Füßen zu erklären und hat Geduld mit mir, wenn ich seine Erklärung zuerst für eigenartige Spinnereien ohne Sinn halte.
Wie kann man einem so lieben und lustigen Kleinkind lange genervt sein. Geht ja gar nicht.
Er tut mir nur leid und ich bin müde.

Ich wollte nur mal erzählen, wie es so ist, damit ich in ein paar Monaten nachlesen kann und schmunzeln kann und denke: Ja, so war es einmal, ein Glück ist es nun besser.

 

Dienstag, 26. November 2013

Krawalltage!

Es gibt Tage, da hat der keine Mann nur eines im Kopf: Ausprobieren. Was darf man, was nicht? Was passiert, wenn mans dennoch tut? Schwimmen Schlüssel in Toiletten oben, oder gehen sie unter? Kann man die Tapete komplett abziehen? Kann man komplette Toilettenpapierrollen im Klo verschwinden lassen? wie viel Spielzeug passt in die Waschmaschine?...
Das sind Krawalltage, an denen es bereits vor dem Mittagsschlaf Scherben, badewannenreifes Kind, Geschimpfe (von ihm, wenn er etwas nicht darf), Geschepper und kaputtes Spielzeug gab...
So wie heute. Meist kann ich das zum Glück mit Humor nehmen :)

Während ich das Frühstück mache: Passen alle Pfandflaschen in die Mülltonne? (NEIN. und die, die daneben fliegen, zerbrechen. Aber das klingt so lustig.) 


Beim Mittagessen zubereiten (in der Zeit habe ich eine Kohlrabi geschält!)... Schmecken Zwiebeln auch roh? Und was passiert, wenn ich die Dose mitder Speisestärke aufmache und schüttle??? Kann ich das alles selbst wieder auffegen? (NEIN.)


Während ich alles wieder aufgesaugt habe: Bekomm ich den Nachziehddrachen kaputt? (JA.) Beim Mittagessen: Ganz lieb zum Tisch sein, und ihn liebevoll mit Kräuterquark eincremen <3



Das wars von mir, ich muss aufräumen :D Oder: "und, was macht man so, den ganzen Tag zuhause? Langweilt man sich da nicht?"

Freitag, 8. November 2013

Beitrag zur Blogparade "Erziehungs-Fauxpas"

Rabaukenkinder hat eine Blogparade zum Thema "Erziehungs-Fauxpas" ins Leben gerufen.
Lange habe ich überlegt, was ich dazu zu sagen hätte, oder dass ich eben nichts dazu zu sagen habe, da Ben erst (hahaha? ERST? schon!!) 14 Monate alt ist und es da noch nicht so viel gibt, was ich zum Thema Erziehung von mir selbst oder von ihm gelernt haben Kann, das heißt, da habe ich ja gut lachen, wirklich mitreden kann ich noch nicht...


So nach und nach fielen mir aber doch noch einige Dinge ein, die ich dazu aufschreiben wollte...

Ich vertrete ja die Meinung, dass jede Mutter eine gute Mutter ist, solange sie versucht, die beste Mutter zu sein, die sie selbst sein kann. (das selbe gilt auch für die Väter, ne?)
Das heißt für mich nicht, dass ich morgens nach 3 Stunden schlechtem Schlaf eine super Mutter sein WILL oder den Anspruch an mich habe, alles immer perfekt machen zu wollen. Ich bin dann einfach die, die ich in diesem Moment bin, aber eben: die, die ich sein kann.
Wenn mich ein anderer dabei sehen würde, würde er vielleicht denken, dass ich "zu viel durchgehen lasse" oder desinteressiert wirke. Aber er weiß nicht, dass ich eine schreckliche Nacht hatte, Kopfschmerzen, des Stillens wegen auf eine Kopfschmerztablette verzichte, gerade wichtige Dinge erledigen muss, vielleicht noch meine Oma krank ist und ich Sorgen habe, und in einem anderen Setting anders handeln würde. Das ist nun ein Beispiel, meiner Oma und mir gehts gut ;))
Wisst ihr wie ich meine?
Sicher gibt es Erziehungsmethoden oder Einstellungen, die ich nicht gut finde. Beim Kinderarzt zum Beispiel, als die Mutter ihre beiden Söhne nur anfauchte, nicht mit ihnen redete, aber beim kleinsten bisschen (Spiel!-)Lärm gleich so anfuhr. Für mich dürfen Kinder ruhig mal laut sein, und dann neige ich dazu, diese Frau zu verurteilen. Aber weiß ich, was sie für einen Tag hatte, wie es ihr geht, wie sie morgen vielleicht gewirkt hätte?

Fairness! Ich finde es wichtig, dass man seinem Kind gegenüber fair bleibt. Auch wenn man einen schlimmen Tag, Kopfschmerzen, Zeitdruck und sonstwas hat, sollte man im Hinterkopf behalten: Das Kind selbst kann dafür nichts, ist schon gar nicht dafür verantwortlich und versteht nicht, weswegen man gestresst ist. Ein hingefauchtes "BEN!!" erklärt ihm nicht, weshalb es nun etwas plötzlich nicht mehr tun voll. In solchen Situationen sollte man versuchen, kurz durchzuatmen und trotz Wut, Stress oder Ärger zu sagen "Bitte höre damit auf, das geht jetzt nicht, weil es mich (andere) stört". Ein Kind aber einfach nur streng beim Namen zu nennen finde ich schrecklich. Woher soll es wissen, was es gerade falsch macht, oder dass man gestresst ist, wenn man es ihm nicht sagt? Je nach Alter erkennt es seinen Namen, aber ist sich noch nicht bewusst darüber, dass dieser auch als Ermahnung eingesetzt werden kann, geschweige denn, warum...
Sicher stößt man ab und an an seine Grenzen und wird mal so unfair oder so sauer, dass man sich gar nicht wieder erkennt, z.B. wenn das Kind zum 8. Mal in die schmutzige Spülmaschine klettert, und man es wieder heraussetzen muss, oder wenn es nach dem 3. mal "Nein" und wegstellen noch immer gegen den Spiegel hauen will, der nunmal nicht so richtig sicher an der Wand hängt und auf ihn fallen könnte! Aber solange man sich danach bewusst wird, dass man vielleicht zu laut, zu streng, zu böse reagiert hat, und versucht, es beim nächsten Mal anders zu lösen, ist das ja ganz normal. Ich finde es aber sehr wichtig und nur gerecht, dem Kind danach zu erklären, weshalb man jetzt z.B. das Spielzeug weggenommen hat, dass man wütend war, weil die Situatin gefährlich war und es sich hätte schlimm verletzen können, dass man sich geärgert hat, weil man ein gutes Essen gekocht hat, welches dann einfach auf den Boden geworfen wurde o.ä. 

Das schlimmste "Fehlverhalten" von Erziehenden finde ich Gleichgültigkeit und Desinteresse. Wenn das Kind nicht zum erzählen, zeigen, ermuntert wird, oder zumindest Interesse entgegengebracht bekommt, hätte ich die Angst, das Kind selbst wird ebenso gleichgültig, desiniteressiert und wortkarg und erwirbt in seiner Kindheit weder große Begeisterungsfähigkeit, noch  die Grundlagen für ein starkes Selbstbewusstsein und eine gesunde Selbstwahrnehmung.
Kinder sind kleine Spiegel, dessen sollte man sich bewusst sein..!
Ich kenne jedoch in meinem Umfeld kein solches Beispiel und hoffe, dabei wird es auch bleiben... 
Dennoch finde ich es wichtig, sich immer wieder zu fragen, ob man seinem Kind, vor allem später, wenn es mal in der Schule ist, genug interesse entegegenbringt. Ich bin z.B. jemand, der manches nur erzählt, wenn er danach gefragt wird, zumindest war das als Kind so. Vieles hat mich zu Schulzeiten belastet, aber ich glaube, ich habe es nicht erzählt, weil ich nicht danach gefragt wurde. Nicht absichtlich, und meine Mutter hat da auch nichts falsch gemacht... Ich möchte nur bei meinem Kind darauf achten, dass die Gespräche nicht bei "wie war die Schule?" - "Wie immer" enden. Irgendwo auf Pinterest habe ich mal Gesprächsanregungen für Eltern mit Kindern gesehen und dachte mir: Wer braucht denn sowas? Gesprächsstoff für das Kind? Wer nicht selbst auf die Idee kommt zu fragen, wie der Tag vom Kind war, dem ist ja wohl eh nicht mehr zu helfen?! Aber die Fragen waren tatsächlich ganz interessant, vielleicht werde ich mir das irgendwann mal wieder ins Gedächtnis rufen, es waren Dinge von wegen "Wer hat dich heute geärgert, was hat dich heute besonders gefreut", was man vielleicht im Alltag nicht unbedingt immer so bennent.

Und ich finde es ganz wichtig, dem Kind beizubringen, dass es Menschen und Tieren nichts antun darf, was es nicht selbst erleben will... Emphatie heisst hier das Stichwort. Wenn sich daran jeder hielte, wäre die Welt ganz schön anders...

So, wer sich das jetzt alles durchgelesen hat, Respekt...
War nett, sich mal zu einem bestimmten Thema auszulassen :)