Freitag, 8. November 2013

Beitrag zur Blogparade "Erziehungs-Fauxpas"

Rabaukenkinder hat eine Blogparade zum Thema "Erziehungs-Fauxpas" ins Leben gerufen.
Lange habe ich überlegt, was ich dazu zu sagen hätte, oder dass ich eben nichts dazu zu sagen habe, da Ben erst (hahaha? ERST? schon!!) 14 Monate alt ist und es da noch nicht so viel gibt, was ich zum Thema Erziehung von mir selbst oder von ihm gelernt haben Kann, das heißt, da habe ich ja gut lachen, wirklich mitreden kann ich noch nicht...


So nach und nach fielen mir aber doch noch einige Dinge ein, die ich dazu aufschreiben wollte...

Ich vertrete ja die Meinung, dass jede Mutter eine gute Mutter ist, solange sie versucht, die beste Mutter zu sein, die sie selbst sein kann. (das selbe gilt auch für die Väter, ne?)
Das heißt für mich nicht, dass ich morgens nach 3 Stunden schlechtem Schlaf eine super Mutter sein WILL oder den Anspruch an mich habe, alles immer perfekt machen zu wollen. Ich bin dann einfach die, die ich in diesem Moment bin, aber eben: die, die ich sein kann.
Wenn mich ein anderer dabei sehen würde, würde er vielleicht denken, dass ich "zu viel durchgehen lasse" oder desinteressiert wirke. Aber er weiß nicht, dass ich eine schreckliche Nacht hatte, Kopfschmerzen, des Stillens wegen auf eine Kopfschmerztablette verzichte, gerade wichtige Dinge erledigen muss, vielleicht noch meine Oma krank ist und ich Sorgen habe, und in einem anderen Setting anders handeln würde. Das ist nun ein Beispiel, meiner Oma und mir gehts gut ;))
Wisst ihr wie ich meine?
Sicher gibt es Erziehungsmethoden oder Einstellungen, die ich nicht gut finde. Beim Kinderarzt zum Beispiel, als die Mutter ihre beiden Söhne nur anfauchte, nicht mit ihnen redete, aber beim kleinsten bisschen (Spiel!-)Lärm gleich so anfuhr. Für mich dürfen Kinder ruhig mal laut sein, und dann neige ich dazu, diese Frau zu verurteilen. Aber weiß ich, was sie für einen Tag hatte, wie es ihr geht, wie sie morgen vielleicht gewirkt hätte?

Fairness! Ich finde es wichtig, dass man seinem Kind gegenüber fair bleibt. Auch wenn man einen schlimmen Tag, Kopfschmerzen, Zeitdruck und sonstwas hat, sollte man im Hinterkopf behalten: Das Kind selbst kann dafür nichts, ist schon gar nicht dafür verantwortlich und versteht nicht, weswegen man gestresst ist. Ein hingefauchtes "BEN!!" erklärt ihm nicht, weshalb es nun etwas plötzlich nicht mehr tun voll. In solchen Situationen sollte man versuchen, kurz durchzuatmen und trotz Wut, Stress oder Ärger zu sagen "Bitte höre damit auf, das geht jetzt nicht, weil es mich (andere) stört". Ein Kind aber einfach nur streng beim Namen zu nennen finde ich schrecklich. Woher soll es wissen, was es gerade falsch macht, oder dass man gestresst ist, wenn man es ihm nicht sagt? Je nach Alter erkennt es seinen Namen, aber ist sich noch nicht bewusst darüber, dass dieser auch als Ermahnung eingesetzt werden kann, geschweige denn, warum...
Sicher stößt man ab und an an seine Grenzen und wird mal so unfair oder so sauer, dass man sich gar nicht wieder erkennt, z.B. wenn das Kind zum 8. Mal in die schmutzige Spülmaschine klettert, und man es wieder heraussetzen muss, oder wenn es nach dem 3. mal "Nein" und wegstellen noch immer gegen den Spiegel hauen will, der nunmal nicht so richtig sicher an der Wand hängt und auf ihn fallen könnte! Aber solange man sich danach bewusst wird, dass man vielleicht zu laut, zu streng, zu böse reagiert hat, und versucht, es beim nächsten Mal anders zu lösen, ist das ja ganz normal. Ich finde es aber sehr wichtig und nur gerecht, dem Kind danach zu erklären, weshalb man jetzt z.B. das Spielzeug weggenommen hat, dass man wütend war, weil die Situatin gefährlich war und es sich hätte schlimm verletzen können, dass man sich geärgert hat, weil man ein gutes Essen gekocht hat, welches dann einfach auf den Boden geworfen wurde o.ä. 

Das schlimmste "Fehlverhalten" von Erziehenden finde ich Gleichgültigkeit und Desinteresse. Wenn das Kind nicht zum erzählen, zeigen, ermuntert wird, oder zumindest Interesse entgegengebracht bekommt, hätte ich die Angst, das Kind selbst wird ebenso gleichgültig, desiniteressiert und wortkarg und erwirbt in seiner Kindheit weder große Begeisterungsfähigkeit, noch  die Grundlagen für ein starkes Selbstbewusstsein und eine gesunde Selbstwahrnehmung.
Kinder sind kleine Spiegel, dessen sollte man sich bewusst sein..!
Ich kenne jedoch in meinem Umfeld kein solches Beispiel und hoffe, dabei wird es auch bleiben... 
Dennoch finde ich es wichtig, sich immer wieder zu fragen, ob man seinem Kind, vor allem später, wenn es mal in der Schule ist, genug interesse entegegenbringt. Ich bin z.B. jemand, der manches nur erzählt, wenn er danach gefragt wird, zumindest war das als Kind so. Vieles hat mich zu Schulzeiten belastet, aber ich glaube, ich habe es nicht erzählt, weil ich nicht danach gefragt wurde. Nicht absichtlich, und meine Mutter hat da auch nichts falsch gemacht... Ich möchte nur bei meinem Kind darauf achten, dass die Gespräche nicht bei "wie war die Schule?" - "Wie immer" enden. Irgendwo auf Pinterest habe ich mal Gesprächsanregungen für Eltern mit Kindern gesehen und dachte mir: Wer braucht denn sowas? Gesprächsstoff für das Kind? Wer nicht selbst auf die Idee kommt zu fragen, wie der Tag vom Kind war, dem ist ja wohl eh nicht mehr zu helfen?! Aber die Fragen waren tatsächlich ganz interessant, vielleicht werde ich mir das irgendwann mal wieder ins Gedächtnis rufen, es waren Dinge von wegen "Wer hat dich heute geärgert, was hat dich heute besonders gefreut", was man vielleicht im Alltag nicht unbedingt immer so bennent.

Und ich finde es ganz wichtig, dem Kind beizubringen, dass es Menschen und Tieren nichts antun darf, was es nicht selbst erleben will... Emphatie heisst hier das Stichwort. Wenn sich daran jeder hielte, wäre die Welt ganz schön anders...

So, wer sich das jetzt alles durchgelesen hat, Respekt...
War nett, sich mal zu einem bestimmten Thema auszulassen :)

Kommentare:

  1. Super toller Post! vielen lieben Dank für deinen -so wahren- Beitrag!

    GLG Jenny

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