Montag, 6. Januar 2014

Stille Nacht....?

Nein, still sind unsere Nächte wirklich nicht.
Vor einiger Zeit habe ich schonmal geschrieben, dass ich versuchen möchte, (nachts) abzustillen. Zu dem Zeitpunkt wollte Ben tags eigentlich gar nicht mehr stillen. Ben tat sich aber so schwer und weinte so bitterlich, dass ich es nicht schaffte "hart zu bleiben", weil mir genau das so völlig falsch erschien.

Mittlerweile sind wir aber doch wieder wieder an einem Punkt, an dem ich nicht mehr mag. Er trinkt nachts alle 1,5 - 2 Stunden, ab und an mal 3,5, es gab in den letzten Monaten nur 2 Nächte, an denen er mal länger Pause ließ (ich weiß es nicht genau, es waren ca. 4 Stunden.) er fuchtelt beim Stillen aufgeregt und wild mit den Fingern an der anderen Brustwarze herum, zwickt, kneift und pfetzt mich, bis ich im Halbschlaf aufschreie, weil ich so erschrecke und es so weh tut. Wenn ich ihm die Hand beim Versuch zu pfetzen wegziehe, fängt er an zu schreien und zu weinen. Ich habe ihm schon andere Gegenstände in die Hand gegeben, wieder einen Schnuller versucht (schreit!), nichts half. Kurzum: Ich mag das nicht mehr, nicht mehr so, es tut mir weh, es ärgert mich, ich bin nachts nur noch damit beschäftigt, so da zu liegen, dass das Kind in Ruhe nuckeln kann, wache dann mit Rückenschmerzen auf, weil ich mich keine Minute ausgestreckt hinlegen konnte, ohne dass das Geschrei wieder anfing. Und das alles spitzt sich nun wieder zu und wird alles schlimmer, anstatt sich langsam mal zu bessern.

Wir haben es dann so versucht, dass mein Mann seit ca. 2 Monaten Ben abends ins Bett bringt. Nach 2 - 3 Abenden, an denen er (also der kleine Mann, ...) anfangs noch meckerte, funktionierte es reibungslos: Die beiden singen, das Kind dreht sich weg und schläft. Manchmal macht er noch "mh??!" wenn er empört darüber ist, dass der Papa aufgehört hat, zu singen. (der mittlerweile auch einige neue Lieder lernen musste, weil er sein eigenes Liederepertoire nicht mehr ertragen konnte).
Beim ersten Aufwachen (nach 2-3,5 Stunden) haben wir nun auch versucht, ob sich Ben durch den Papa beruhigen lässt. Das klappte dann ein paar mal, aber wurde nun, am Ende des Urlaubs vom Mann, wieder schlechter, und er beruhigte sich dann erst, als ich hineinging (und die Brust auspacken musste.) Sprich: Der Winterurlaub, den wir eigentlich dazu nutzen wollten, das Kind nachts von mir weg zu bekommen, ist nun vorbei und alles ist wie vorher. Nur ein bisschen schlimmer.
Wenn ich Ben abends ins Bett bringe, weil mein Mann nicht da ist, funktioniert es so übrigens auch nicht. Ich singe, wie mein Mann, ein paar Lieder, es ist dunkel, Ben atmet schwerer, schreckt aber plötzlich hoch, weil ihm einfällt, dass ich Brüste habe und dass da etwas fehlt. Und dann weint und weint er, bis er wieder völlig wach und ich vollkommen entnervt bin (wieso schafft es mein Mann und ich nicht? Hat meine Hebamme damals zu wenig geholfen, hätte sie mir nicht sagen müssen, dass Ben nicht immer an der Brust einschlafen soll, damit er sich nicht zu sehr daran gewöhnt? Wieso kann das Kind nicht einfach mal schlafen, so wie 100% der anderen Kinder in unserem Umfeld? Er darf im Familienbett schlafen, wird den halben Tag herumgetragen und hat trotzdem noch immer mehr Nähebedürfnis als xy (jaja, die guten Vergleiche!)!?) und will nur eines: stillen.


Bei allem Wissen und aller Rücksicht auf kleinkindliche Bedürfnisse nach Nähe, Schmerzen beim zahnen oder wachsen und so gerne ich das mit dem Familienbett auch habe und so wenig ich es haben könnte, schliefe er in seinem eigenen Zimmer und so weiter: Ich bin morgens völlig fertig und Ben ist genauso unausgeschlafen wie ich!


Bildliche Darstellung eines friedlich mittagsschlafenden Kindes ohne Brust im Mund.
Dass ich mein Kind niemals schreien lassen würde, und von Büchern wie "jedes Kind kann schlafen lernen" so gar nichts halte, habe ich ja schon mehrfach betont. Daran hat sich selbstverständlich noch immer nichts geändert (und wird es auch nicht!).
Also stieß ich dank meiner lieben Twitter-Timeline auf "das sanfte Schlafprogramm von Dr. Gordon" und fand das, was ich las, ganz sympathisch. Vor allem, weil es eben nicht um "schreien lassen" im Sinne von "ich lass das Kind nun allein, wird schon lernen, dass es nicht immer bekommt, was es braucht" konzipiert ist, und weil es kein völliges Abstillen ist, denn morgens im Bett oder tagsüber, auf dem Sofa oder sonstwas, da stört es mich wirklich überhaupt nicht.

Und nun? Dürft ihr mir ab heute Glück wünschen. Nacht #1 hat soeben gestartet.

Kommentare:

  1. Du bist nicht allein mit deinem Stillschläfer. Mein Mädel (14 Monate) wacht teilweise jede Stunde auf und schläft nur beim Stillen wieder ein. Auch sie schläft im Familienbett und Schreien lassen ist für mich keine Alternative. Ich klammere mich ja etwas an die Geschichten meiner Mitmütter, die teilweise auch so schlechte Schläfer hatten, und bei denen es dann so um 1 1/2 Jahren eine Änderung gab (zum Positiven). Noch komme ich mit dem häufigen Aufwachen ganz gut klar, aber nur, weil ich mit ihr zusammen schlafen gehe und deshalb abends keine Freizeit mehr habe. Auch nicht schön, du kennst das ja. Berichte bitte, wie es mit Gorden ging - interessiert ich sehr!

    Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin gerade zufällig auf diesen Blog gestoßen :)
    Wie alt ist denn dein kleiner Held?

    AntwortenLöschen