Donnerstag, 24. Juli 2014

und, was machst du so den ganzen Tag?

Manchmal bin ich genervt. Und werde laut. Ja, ich bin auch keine Heilige. Hab ich nie behauptet. Besonders sind das die Tage, an denen das Kind keinen Mittagsschlaf machen will.
Da sitzte dann ne Stunde im finsteren Kinderzimmer und hörst zu, wie das Kind "bpppbbbrrpppfff"-Laute übt, sich vom Grill und vom Bagger erzählt, mit den Füßen gegen die Bettgitter schlägt und dann leidend ächzt, weil es super anstrengend ist, sich mit Gewalt wach zu halten.


Ich zwinge ihn nicht zum schlafen, so ist es nicht. Aber ich kenne mein Kind und weiß, wann es müde ist. Und ich weiß, wie so ein Tag dann weiter gehen wird.
Wir stehen dann nämlich auf - ich stocksauer, weil ich eine Stunde auf dem blanken Boden saß, absolut unproduktiv und die Zeit andersweitig hätte nutzen können - und weil ich meine Arbeit nicht erledigen kann und sie bis abends liegen bleibt, wo dann mein Feierabend drauf geht. Ich habe Kundenmails im Kopf, die ich noch beantworten müsste, Kunden CDs, die ich noch fertigstellen und versenden müsste, die Spülmaschine, den tisch voller Reiskörner, und an eine Pause ist dann einfach nicht zu denken. Der Haushalt bleibt liegen, weil das mit übermüdetem Kind einfach NICHT machbar ist, oder ich die dreifache Zeit brauche, weil er hinten wieder ausräumt, was ich vorne eingeräumt habe. Ich brauche - genau wie das Kind - diese Stunde Ruhe.
Ich kann konzentriert arbeiten und muss dabei nicht aufpassen, dass das Kind sich die fünfte Beule holt und die Scrabblespielsteine verschluckt, nicht noch ein Glas vom Tisch fegt oder sich vom Sofa stürzt. Für eine Email brauche ich mit Kind 15 Minuten, ohne Kind 2.
Meist ist es dann so, dass er den Rest des Tages super quengelig ist, im Dauerton MAMAAAAA heult, weil er sich jede Minute etwas anderes stößt, stolpert, herunterfällt, er versucht Steine in meinen DVD Brenner zu stecken, malt die Balkontüre an oder drückt auf dem Drucker herum oder sonstwas.
 



Wir gehen dann also - wie versprochen - ins Schwimmbad, denn zuhause ist ein übermüdetes Kind keinesfalls zu ertragen - dort hin muss ich erstmal mich überreden, weil eigentlich bin ich echt genervt und hätte anderes zu tun - dann muss ich ihn erstmal überreden, weil er eingefangen werden will, nicht zum Auto laufen will, keine Schuhe anziehen will, kein Tshirt anziehen will, keine Treppe gehen will UND SO WEITER. Wenn ich dann im Schwimmbad ankomme, schläft er entweder und ich muss ihn wecken - oder ich darf dank seiner Übermüdung nicht nur die Sporttasche voller Spielzeug und Essen für zwei, sondern auch IHN bei 35 Grad durch die Gegend tragen, und dort wird er nur an mir kleben und sofort heulen, wenn die Kinder seine Spielsachen anschauen oder gar haben wollen.

Ihr seht, "kein Mittagsschlaf" macht mich stinksauer, unkonzentriert, völlig abgenevrt und stresst mich.

Und, was macht ihr so den ganzen Tag mit Kind? Langweilt man sich da nicht so langsam? Fragt meine Arbeitskollegin.

Was, den ganzen Tag im Schwimmbad liegen? So schön hätt' ichs auch mal gerne! 
ja, wirklich, ein riesen Spaß!



Kommentare:

  1. Danke, das du das heute schreibst. Es tut mir grade so gut, dass es bei euch genauso ist :)
    Bei uns ist es seit Tagen, dass er nicht schlafen will. Mittags nicht - obwohl stinkmüde - und abends dauerts ewig mit dem Einschlafen.
    Heilig sind wir hier auch nicht und ich kann deine Wut so gut nachfühlen!

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  2. Genau so siehts hier an nicht Mittagsschlaf Tagen auch aus. Macht mich genauso irre.

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  3. Ich unterschreib das dann mal so! Leider sieht das hier auch oft so trotz Mittagsschlaf aus und der dauert meist gut zwei Stunden. Ich bin aber froh dass es anderen auch so geht und mein schlechtes Gewissen nicht ganz so groß ist wenn ich mein Kind anmaule weil es zum x-ten mal das Telefon nimmt oder nicht aufhört mit dem hammernauf dem Tisch rumzukloppen und mich in den wahnsin treibt.

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  4. Perfekt beschrieben! Wunderbar!

    Danke!!!

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